Mein Wahlerfolg in der ersten Runde der OB-Wahl in Aue-Bad Schlema schlägt erwartungsgemäß hohe Wellen in der Presse. Der starke Wunsch nach einem grundlegenden politischen Wechsel für unsere Stadt – der sich durch über 76 % Nicht-CDU-Stimmen manifestierte – sorgt für blankes Entsetzen im alten politischen Establishment. Die Sorge vor Ansteckungseffekten auf andere Kommunen und Regionen ist groß; man sieht das lange gepflegte Kartell aus alteingesessenen Parteien und ihnen nahestehenden Medien in Gefahr. Deshalb wird Aue-Bad Schlema nun offenbar zum medialen Austragungsort dieses Rettungsversuchs des Alten.
Das ist einerseits zu bedauern, weil es dem bislang von allen Seiten respektvoll, konstruktiv und inhaltlich geführten Wettbewerb der Ideen und Kandidaten nicht gerecht wird. Nun mischen sich überregionale Effekthascher mit unqualifizierten Beiträgen in ein Geschehen ein, das sich auf lokaler Ebene abspielt und eine kommunale Wahlentscheidung betrifft – eine, die die allermeisten Menschen wohlüberlegt auf Grundlage von persönlichen Erfahrungen und sachlichen Argumenten getroffen haben.
Andererseits liegt in der Gesellschaft ein hohes Maß an Unzufriedenheit mit der politischen Gesamtentwicklung in der Luft. Wahrscheinlich führt der Zustand nicht nur unserer Stadt, sondern des ganzen Landes unweigerlich auf einen Kulminationspunkt zu, an dem die Verkrustung aufbrechen wird. Aue-Bad Schlema kann die Stadt werden, die wie Plauen im Wendeherbst 1989 in die Geschichte eingeht – oder sie wird die Stadt, die den alten Pfad nicht verlässt, damit alles bleibt, wie es ist: „Weiter auf den bewährten Kurs der CDU-Partei- und Staatsführung!“.
Um die Bürger von Alberoda, Aue, Schlema und Wildbach von der Wahl des Wechsels abzuhalten, bäumt sich das alte Establishment noch einmal mit aller Kraft auf. Einerseits erreichen mich Presseanfragen von kritischen, aber den Anstand wahrenden Vertretern der alten Medien – wie etwa dem MDR. Diesen stehe ich selbstverständlich Rede und Antwort. Andererseits treten auch linke Kampagnenjournalisten auf den Plan, die schon in ihrer Fragestellung jeden journalistischen Anstand vermissen lassen. Anfragen ohne inhaltlichen Bezug zur Oberbürgermeisterwahl und meinem Wahlprogramm werde ich nicht beantworten. Ich werde mich an dieser Kampagne gegen mich – und letztlich gegen meine Stadt, die an der Wahlurne ein deutliches Votum abgegeben hat – nicht beteiligen. Mein Fokus liegt nicht darauf, bundesweit Schlagzeilen zu machen, sondern für die Menschen hier vor Ort Gutes zu bewirken.
Das beinhaltet, diesen Spaltungsversuch unserer Stadtgesellschaft nicht zu befeuern, sondern das faire und respektvolle Miteinander und das Lösen von realen Problemen in den Mittelpunkt zu stellen. In diesem Sinne werde ich auch – natürlich mit klaren Positionen – meinem Mitbewerber und CDU-Herausforderer Marcus Hoffmann in den nächsten Wochen begegnen.
Deshalb empfinde ich es als verantwortungslos, wie voreingenommen, rotzfrech und letztlich auch dumm seit Sonntag-Abend über mich und meine Stadt hergezogen wird. Allerdings sehe ich darin auch eine Chance: Unzählige Glückwünsche und Solidaritätsbekundungen haben mich seitdem erreicht. Die Versuche der Diffamierung verfehlen ihr Ziel und kehren sich – wie schon so oft – ins Gegenteil um! Jetzt erst recht!
Am 7. Juni gilt es im 2. Wahlgang:
EINER FÜR ALLE – ALLE FÜR EINEN!
Stefan Hartung
Oberbürgermeisterkandidat für Aue-Bad Schlema